Liebe Unterstüzter,

 

Wieder ist ein Jahr vergangen und es ist an der Zeit die Geschehnisse und Fortschritte des letzten Jahres zu rekapitulieren:

Vor genau einem Jahr stand das Projekt gerade still, da ich zu diesem Zeitpunkt mein Praxissemester absolviert habe. Im Jahresverlauf konnte ich dann allmählich wieder Fahrt aufnehmen und es besteht Grund zur Annahme dass dieser Trend nun eine Weile anhalten wird! Dennoch konnte ich nur in 6 von 12 Monaten effektiv am Filmprojekt arbeiten, da Januar und Februar noch Teil des Praxissemesters waren und ich von Mai bis August an meiner Bachelorarbeit und dem damit verbundenen Forschungsprojekt gearbeitet habe.

Über das Jahr verteilt habe ich einige Wochen am Stadtset verbringen können und dabei einen großen Teil der Szenen dort abgedreht. So sind immerhin 2700 neue Einzelbilder entstanden, was 108 Sekunden entspricht. Insgesamt wurden nun schon über 2 Minuten Filmmaterial im Stadtset gedreht und wenn alles gut geht werde ich zwischen Weihnachten und Silvester weitere 12 Sekunden hinzufügen können.

Insbesondere hat nun endlich die Stunde der Turmuhr geschlagen, welche ich Ende Oktober das erste mal zum Leben erweckt habe! Da die Uhr bereits vor einigen Jahren (2014) erbaut wurde, hat sie inzwischen eine leichte Patina entwickelt, was nun jedoch recht gut in das Stadtbild passt.

Ende November habe ich die Gelegenheit genutzt den Entstehungsprozess einer der komplexeren Animationen zu dokumentieren, um euch einen kleinen Einblick in den Schaffensprozess und die Welt unserer Menschen zu gewähren:

Aktuell arbeite ich am Richterset, welches zur Abwechslung mal eine handliche Größe aufweist. Die Dreharbeiten hieran sollen dann Anfang 2019 beginnen und ich hoffe, dass das Animieren dann schneller von der Hand geht, wenn das Set bei mir zu Hause steht und ich nicht extra hinreisen muss, wie es leider beim Stadtset der Fall ist.

Zur Richter-Szene gehören auch zwei neue Figuren: Der Richter selbst und eine namenlose Sonde, deren Aufgabe es ist, den kleinen Hauptcharakter Nr.142 zu untersuchen und dabei möglichst bedrohlich auszusehen...
Dies ist eine gute Gelegenheit für mich, die Herstellung von größeren, komplexeren Bauteilen zu üben, da ich mich auch in der Kunst des mechanischen Handwerks weiter entwickeln möchte. Insbesondere reizt mich hierbei die Kombination von präziser Mechanik und organisch geformten Elementen.

Dies ist vor allem möglich da ich im Frühling meine alte klapprige Bohrmaschine gegen eine hochwertige Fräse eintauschen konnte, womit ich kritische Maße sehr präzise abtragen kann. Die organischen Formen werden aber selbstverständlich von Hand gefertigt. Sobald die Sonde komplett ist wird es auch hierzu ein kleines Video geben!

Bei der Richterfigur hingegen habe ich selbst nur das Skelett und die Frisur beigetragen. Die Kostümschneiderei sowie die plastischen Arbeiten an Gesicht und Händen wurden von meinen lieben Helferinnen Zoe Nolte und Laura Rohrbeck durchgeführt. Sehr vielen Dank an dieser Stelle für die hervorragende Arbeit! ;)

Da der Richter in der Szene nur hinter seinem Pult stehen wird konnte auf einen Unterkörper verzichtet werden, das macht vieles einfacher. Somit wird diese Szene auch eine gute Vorübung ehe ich mich an die Animation der weitaus komplexeren Büroszenen wage.
Neben den beiden Figuren wird die Szene noch einige Requisiten benötigen: Ein großes Buch, einen Richterhammer, einige Lampen... Ich hoffe dass das Set noch dieses Semester vollendet wird und die Dreharbeiten in den Semesterferien beginnen können!

Neben den handwerklichen Arbeiten ist auch die Planung und Verwaltung eines solchen Projekts eine komplexe Aufgabe. Inmitten der zahlreichen Details darf die Wahrnehmung des Ganzen nicht untergehen. So musste ich zum Schluss kommen dass einige Teilbereiche des Projekts, hauptsächlich die digitale Nachbearbeitung, für mich alleine nicht schaffbar sind. Um das Projekt auf eine Zielgerade zu bringen wird es weitere Helfer brauchen.

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass sich unter den langjährigen Unterstützern des Projekts Johann Frank befindet, welcher beruflich als Filmconsultant tätig ist. Seit letzten Frühling stehe ich mit ihm in Kontakt und er wird mich in Zukunft als Produzent bei der Produktion und Organisation unterstützen. Das wichtigste Ziel hierbei ist, jemanden zu finden der die Postproduktion der Szenen durchführen kann.

Doch bevor es möglich ist mit mehreren Leuten an dem Projekt zu arbeiten, müssen diese sehen können wie das Werk in seiner Gesamtheit aussehen soll. Bislang hatte ich einen unordentlichen Haufen Zettel und Skizzen mit zahlreichen Korrekturen, welche zwar für einen Verrückten allein funktioniert haben, aber dann im Team doch etwas unpraktisch sind... So habe ich Ende Sommer einige Zeit damit verbracht ein "echtes" Storyboard zu erstellen welches nun die Grundlage für ein vollständig ausgearbeitetes Animatic (Ein Video welches den ganzen Film in Skizzen zeigt) bildet.

Diese längst überfälligen Aufräumarbeiten sind auch für mich sehr hilfreich gewesen. Nun ist sehr genau ersichtlich wie der Stand der Dinge ist und was noch zu tun ist. Wie es aussieht muss ich meine bisherigen Schätzungen was das angeht noch ein letztes Mal korrigieren: Mit Vor- und Nachspann wird es doch stark auf eine halbe Stunde zugehen, ca. 28min. - Ups...
Das heißt dass ich schon wieder sagen muss dass ich knapp über die Hälfte fertig habe, was ich jedoch seit Jahren tue. Dabei sind doch einige Minuten dazu gekommen, die 15:00 -Marke ist nun fast geknackt! Umso sinnvoller ist es, dass nun Vieles professioneller angegangen wird und ich mit der Verwaltung nicht länger alleine bin!

Im Laufe des nächsten Jahres wird sich dann wohl Einiges Ändern. Der Plan sieht jetzt in etwa wie folgt aus: Sobald das Animatic fertig ist wird Johann Leute für die Postproduktion suchen - ob Einzelpersonen oder ein Unternehmen wird sich zeigen. Da die Postproduktion eine enorm große Aufgabe ist, welche zudem sehr viel Know-How erfordert werde ich anstelle einer Bezahlung Anteile am Projekt abgeben. Keine Sorge, das physische und geistige Eigentum und alle Entscheidungsfreiheit verbleibt allein bei mir, hier geht es abgesehen von den Credits vor allem um Anteile am Gewinn. Sobald es soweit ist wird Johann dann auch die Vermarktung des Films übernehmen.

Bitte erlaubt mir noch eine kurze persönliche Erklärung zu den Begriffen "Gewinn" und "Vermarktung". Wie die meisten Steampunk-Maker bin auch ich gegen eine Kommerzialisierung des Genres! Für mich hat die Fertigstellung dieses Herzensprojekts die höchste Priorität. Doch wenn ich sturer Einzelkämpfer bliebe würde mich die Nachbearbeitung wohl mehrere Jahre vor dem Rechner kosten. ...Vermutlich könnte ich diese Aufgabe allein nicht stemmen. Um das Projekt zu einem guten Ende zu bringen braucht es zusätzliche Hilfe von Menschen, welche sich auf diesem Gebiet besser auskennen als ich.

Eine "Vermarktung" wird höchstwahrscheinlich in Form von Fernsehausstrahlungen oder Video-On-Demand-Angeboten stattfinden können, was es allenfalls mehr Menschen ermöglicht das Projekt überhaupt zu sehen. Insofern bin ich sehr dankbar für die Chance mit Menschen aus der Filmbranche zusammen arbeiten zu können, die Fertigstellung auf eine Zielgerade zu bringen und das Ergebnis dann möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen!

Als jemand der bis hierhin gelesen hat versteht ihr sicher dass ein Großteil der Bedeutung dieses Projekts nicht durch das finale Produkt, sondern auch durch den Weg mit all seinen Hürden entsteht. Mir ist es sehr wichtig jeden Schritt des Entstehungsprozesses zu dokumentieren und das Publikum mit größter Nähe daran teilhaben zu lassen. Bislang habe ich das jedoch nur über die Website hier und auf Facebook getan, auf beiden Plattformen auch ausschließlich in Deutsch. Schon länger habe ich den Wunsch auch ein internationales Publikum anzusprechen, zumal der Film mit größter Wahrscheinlichkeit auch in Englisch synchronisiert werden wird, doch ich finde keine Zeit mich darum zu kümmern und die eigentlich Arbeit am Film hat stets Vorrang. Daher frage ich nun mal ganz direkt in die Runde: Könnte sich jemand vorstellen das Getriebe im Sand auf anderen sozialen Netzwerken, ggf. auch in englisch, zu vertreten? Falls jemand Spaß an dieser Aufgabe hätte würde ich mich sehr über eine Nachricht freuen! :)

So bin ich nun sehr gespannt wie es im kommenden Jahr weitergehen wird. Dieses mal stehen keine größeren Zwangspausen an, insofern bin ich sehr optimistisch dass ich wieder mehr Zeit für das Projekt finden kann. Die bevorstehende Zusammenarbeit mit weiteren Helfern stimmt ebenfalls hoffnungsvoll! :)

Ich werde euch auf den üblichen Wegen auf dem Laufenden halten und wünsche euch vorerst noch frohe Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Valentin Felder
Das Getriebe im Sand

 

 

PS: Braucht jemand noch einen Kalender fürs neue Jahr? ;)
www.dasgetriebeimsand.de/shop/


Dieses Projekt wurde mithilfe von Crowdfunding über www.startnext.de finanziert. - Vielen Dank an all unsere Unterstützer!